Erziehung

Hundeerziehung - ein eigener Kosmos

Durchsucht man das Internet nach einem hilfreichen Tipp zur Leinenführigkeit, Stubenreinheit oder zum Bewältigen von Hundebegegnungen, wird man nahezu erschlagen von der Vielfalt an Seiten, Meinungen, Vorgehensweisen und "Experten". Beim Thema Hundeerziehung scheiden sich die Geister - die einen machen es so, die anderen so und nur die eigene Meinung ist die einzig Richtige.

Ich informiere mich selbst sehr viel über Hunde und nutze die verschiedensten Plattformen: Zeitschriften, Youtube-Kanäle, Hundebücher, Podcasts, Blogs und Fachwebseiten - und ich glaube, ich habe bisher bei noch keinem anderen Topic so viele kontroverse Meinungen und Methoden gelesen. Und das Verzwickte daran ist: der Großteil der Ansätze klingt plausibel. Man liest die eine Herangehensweise und Begründung und denkt sich "Ja, das macht ja Sinn". Und dann liest man eine andere Theorie und auch diese macht durchaus Sinn. Das Problem: Beide Ansätze sind komplett gegenteilig! Und das passiert sehr, sehr häufig. Daher ist es umso wichtiger, dass man die Art und Weise herausfindet, die für sich und seinen Hund am besten geeignet ist. Mag dein Hund Streicheleinheiten? Dann belohn ihn statt mit Leckerchen mit deiner Zuneigung. Ist dein Hund sehr aufgedreht? Dann strahl du umso mehr Ruhe aus. Es ist wichtig, in diesem Berg aus Theorien, Ideen und Anregungen herauszufiltern, was man eigentlich erreichen möchte und wie man es erreichen möchte, um dann die bestmögliche Lösung zur Erreichung des Zieles zu finden.

Ziele und Prinzipien festlegen

Die einen Trainer arbeiten ausschließlich mit positiver Bestärkung - falsches Verhalten wird umgelenkt. Die anderen Trainer bestrafen ihren Hund, wenn er etwas falsch macht. Wieder andere Trainer sehen einen gewissen Zwang in der Hundeerziehung als unabdingbar an. Und all diese Trainer verfolgen unterschiedliche Ziele, haben unterschiedliche Hunde mit individuellem Charakter und unterschiedliche Erfahrungen gesammelt. Also überleg mal, was du für Ziele im Zusammenleben mit deinem Hund hast, was für Prinzipien zu dir passen und denk immer darüber nach, was das Beste für deinen Hund ist. Ein Hund, der für die Jagd eingesetzt werden soll, braucht in der Erziehung sicherlich andere Schwerpunkte als ein Familienhund.

Eins noch: Behandle deinen Hund dabei bitte immer mit Respekt! Er hat, genau wie du, Respekt im Umgang miteinander verdient und es nützt keinem etwas, das gemeinsame Ziel über grobe Bestrafung und Leid des Hundes zu erreichen.

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Man darf den Hund nicht ausschimpfen, man muss immer positiv mit dem Hund arbeiten und schlechte Stimmung ist sowieso nicht gut für die Bindung. Darf ich als Hundehalter also nie böse werden?

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