Gefühlsduselei

Der Verlust des vierbeinigen Freundes

Wie es der Lauf der Dinge ist, nimmt auch das Hundeleben irgendwann mal ein Ende. Der Verlust eines Hundes ist ein Thema, über das man keinesfalls gerne nachdenkt und doch ist es ein wichtiges Thema für den Hundehalter. Ist der Hund erst wenige Jahre alt, werden die Gedanken daran einfach verdrängt und das ist auch vollkommen richtig so. Es bringt dir herzlich wenig, die ganze gemeinsame Zeit mit Gedanken über etwas Unumgängliches zu verschwenden.

Genießt die Zeit, die ihr gemeinsam habt!

Auch ich musste mich leider schon mit dem Verlust eines Hundes auseinandersetzen. Ein Hund, der meine gesamte Kindheit begleitet hat. Als ich sieben Jahre alt war, trat die unglaublich tolle Labrador-Hündin Aika in mein Leben. Anfangs hatte ich Angst - Labradore können ja durchaus mal sehr wild sein - aber nach und nach entwickelte sich eine tiefe Freundschaft. Als Aika 12 Jahre alt war, zog ich aus meinem Elternhaus aus und trotz der räumlichen Trennung beeinflusste es meine Beziehung zu ihr kein Stück. Ich verbrachte immer noch so viel Zeit wie möglich mit ihr. Doch wie es bei einer 12-jährigen Hündin nun mal ist, wurde sie immer schwächer und verschiedene Krankheiten nahmen Anteil an ihrem Leben. Mit 14 Jahren wuchs dann ein Tumor direkt hinter dem Auge, sodass ihre Sehfähigkeit beeinflusst wurde und ihr Wohlbefinden sich sichtlich verschlechterte. Einige Wochen nach dem 15. Geburtstag legte unser Tierarzt uns dann nahe, Aika von ihrem Leid zu erlösen. Ich erinnere mich genau an den Anruf meines Vaters, kurz nachdem er mit dem Tierarzt einen Termin direkt am nächsten Tag abgesprochen hatte. Ich war am Boden zerstört. Immer öfter hatte ich mich im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt und mir war klar, dass der Tag kommen würde. Und doch traf es mich wie ein Schlag. Wie gut kann man sich schon auf den Tod eines Freundes vorbereiten? Man kann darüber nachdenken so viel man will, wenn es erstmal so weit ist, ist es doch ein Stich ins Herz.
 

Es ist in Ordnung, Zweifel zu haben!

Ein letztes Mal begrüßte sie mich am nächsten Morgen, bevor wir uns dann auf den Weg zum Tierarzt machten. Uns allen war klar, dass es das Beste war. Und trotzdem kommen Zweifel auf. Ist es wirklich der richtige Zeitpunkt? Kann man wirklich nichts mehr tun? Doch ein Blick in die Augen des Hundes gab die Antwort. Es war an der Zeit, Abschied zu nehmen.
 

Vertrau deinem Tierarzt, er ist der Experte!

Auf ihrer Decke, die auf dem Boden des Praxiszimmers ausgebreitet war, saßen wir im Kreis um Aika herum, als sie friedlich ihren letzten Atemzug tätigte. Kurz bevor es so weit war, sah sie jeden Einzelnen nochmal mit ihren wunderschönen braunen Augen an. Ich glaube fest daran, dass sie wusste, dass ihre Zeit gekommen war. Es war so weit. Dieser Moment, als ihr Herz dann zum letzten Mal schlug, brachte Gefühle hervor, die sich nicht in Worte fassen lassen. Und ich will auch gar nicht erst versuchen, sie zu beschreiben.
 

Sei ruhig traurig, denn du hast ein geliebtes Familienmitglied verloren!

Mit der gesamten Familie saßen wir im Anschluss zusammen. Doch statt zu weinen, holten wir alte Fotos hervor und sprachen über ihr wirklich tolles Hundeleben. Alle Erlebnisse mit diesem Hund waren auf einmal wieder klar und deutlich vor meinen Augen und mir wurde bewusst, wie viel Zeit ich in meinem Leben gemeinsam mit Aika verbracht habe.
 

Erinnere dich an die tolle gemeinsame Zeit!

Sie hatte ein langes, gutes Leben. Und es war ein gutes Ende - so blöd das auch klingen mag. Was gibt es Schöneres als im Kreise der Familie einfach einzuschlafen? Mit 15 Jahren war es nur noch eine Frage der Zeit und ich mag mir nicht ausmalen, wie schlimm es gewesen wäre, wenn sie alleine in ihrem Körbchen unter Schmerzen gestorben wäre. Doch diese Sichtweise entwickelt sich leider oft erst im Nachhinein.
 

Hab keine Angst vor dem Einschläfern, denn die Alternativen sind oft noch schlimmer!

Menschen, die keine Affinität zu Hunden haben, zeigen häufig wenig Verständnis für die enge Bindung zwischen Mensch und Tier. Ebenso wenig können sie die Gefühle, die bei einem Verlust des Hundes aufkommen, nachvollziehen.
Man wird mit Aussagen wie „Ist doch nur ein Hund“ oder „Hol dir doch einen neuen Hund“ konfrontiert. Doch bitte verschwende keine Zeit damit, dich über diese Aussagen aufzuregen.
 

Ignoriere die Aussagen von Menschen, die deine Gefühle nicht nachvollziehen können!

Menschen, die nie das Glück hatten, in einem Hund einen treuen Begleiter zu finden, sehen deinen Hund nur als irgendein Tier an. Doch für dich ist er mehr. Ein Hund ist nicht nur ein Hund. Ein Hund ist ein Familienmitglied, ein Freund, ein Partner. Man kann ihn nicht ersetzen und ebenso wenig kann man die Zeit mit ihm vergessen.  
 

Hunde sind, wie wir Menschen, einfach einmalig.

Also erinnere dich gerne an die gemeinsame Zeit mit einem Hund, der einen Abschnitt deines Leben ein bisschen besser gemacht hat!
 
 

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