Gefühlsduselei

Wie mein Hund mein Leben verändert

„Nur, weil ich einen Hund habe, ändert sich doch nicht gleich mein ganzes Leben?!“
Doch! Das kann ich zu 100 % bestätigen und ich bin sicher, die meisten, die das lesen, stimmen mir da zu. Ein Hund verändert das Leben, den Alltag und manchmal sogar die eigene Persönlichkeit, Ansichten, Verhaltensweisen oder eröffnet sogar neue Perspektiven im Leben.

Aber es gibt bestimmt einige, bei denen das nicht der Fall ist. Da stelle ich mir dann immer die Frage: Warum habt ihr einen Hund? Wenn man nicht bereit ist, sein Leben für einen Hund zu verändern, warum hat man dann einen? Was ist das Ziel, die Intention und Motivation dahinter? Hab ich einen Hund, weil es gerade Trend ist? Weil Hunde so süß sind? Weil das gut bei anderen ankommt? Oder hab ich einen Hund, weil er mein Leben bereichern soll? Weil ich die Beziehung genieße und bereit bin, einem anderen Lebewesen ein schönes Leben und einen Platz an meiner Seite zu bieten. Oder weil ich einen treuen Partner bei der Jagd oder als Begleithund brauche. Also denkt mal darüber nach: Wieso habt ihr einen Hund?

Ich verstehe die Menschen nicht, die sich einen Hund holen und dann nicht bereit sind, ihr Leben auf das neue Familienmitglied abzustimmen. Sie sind genervt, weil sie wegen des Hundes früher aufstehen müssen, weil sie im Regen spazieren müssen, weil sie nicht jedes Wochenende die ganze Nacht auf Achse sein können und weil ein spontaner Wochenendtrip mit dem Flieger nicht ohne Weiteres drin sitzt. Warum haben diese Leute denn dann einen Hund? Vielen war es vielleicht nicht bewusst, was für Auswirkungen ein Hund auf das Leben hat. Sie wollten einen Kindersatz, jemanden zum kuscheln oder einfach einen treuen Begleiter. Dass ein Hund auch Einschränkungen und Veränderungen mit sich bringt, wird bei der Entscheidung leider oft verdrängt.

Berner Sennenhund mit Frauchen im Wald

Positive Veränderungen durch Emma

Das klingt bis jetzt fast so, als wäre ein Hund durch und durch etwas Negatives. Das ist natürlich nicht der Fall! Ein Hund kann das Leben bereichern, den Lebensstil verbessern, ein treuer Freund und Begleiter sein und seinem Besitzer mehr Liebe schenken, als es eine andere Person jemals tun könnte. Durch Emma habe ich wieder ein neues Bewusstsein für die Natur und meine Umgebung bekommen. Durch die regelmäßigen Spaziergänge bekomme ich neben meinem Bürojob viel mehr frische Luft und tägliche Bewegung, die nicht immer an eine Sporteinheit geknüpft ist. Man lernt, Verantwortung für ein anderes Lebewesen zu übernehmen, was wiederum die eigene Persönlichkeit enorm stärkt und wachsen lässt. Man muss lernen, Rücksicht auf andere zu nehmen und nicht immer nur auf die eigenen Bedürfnisse zu achten. Man entwickelt neue Routinen im Alltag, wird zum Organisationstalent und verbessert sein Zeitmanagement. Ein Hund kann einem auch zeigen, wie Vertrauen, Zuneigung und bedingungslose Liebe aussehen kann. Die Voraussetzung dafür ist nur, dass der Hund diese Dinge auch von uns geschenkt bekommt. Auch der Hund braucht Liebe, Vertrauen, Aufmerksamkeit und Zuneigung. Nur, wenn wir uns darauf einlassen, uns für den Hund auch mal einzuschränken, auf ihn Rücksicht zu nehmen und ihn voll und ganz in unseren Alltag zu integrieren, können wir positive Erfahrungen aus der Beziehung ziehen.

An mir selbst habe ich erkannt, dass ein Hund einem auch neue Perspektiven eröffnen kann. Ohne Emma hätte ich niemals auch nur mit dem Gedanken gespielt, beruflich mit Hunden zu arbeiten und hätte keine Hundetrainer-Ausbildung angefangen. Ich hätte nicht erkannt, wie gut mir die Balance zwischen meinem Bürojob und der Beschäftigung mit Emma tut und vielleicht würde mein Leben dann gerade ganz anders aussehen.

Weniger positive Veränderungen

Ich spreche bewusst nicht von „negativen“ Veränderungen, denn ich würde niemals behaupten, dass Emma mein Leben negativ verändert hat. Trotzdem gibt es natürlich auch einige Dinge, die mich einschränken, die mich manchmal nerven und die – separat betrachtet – ohne Hund bestimmt besser oder zumindest einfacher wären.
Jedem sollte klar sein, dass man sich durch einen Hund einschränken muss. Das ist einfach Fakt! Und bei jedem, der das für sich nicht bestätigen kann, kann ich mir gut vorstellen, dass er seinem Hund nicht die Aufmerksamkeit schenkt, die er verdient hätte. Ihr reist gern in die große, weite Welt und erkundet die verschiedensten Länder? Warum habt ihr dann einen Hund, wenn ihr ihn nicht mitnehmen könnt? Wenn man sich für einen Hund entscheidet, sollte einem klar sein, dass sowas nicht immer möglich ist. Und es sollte für euch persönlich nicht so eine Einschränkung sein, dass ihr es bereut, einen Hund zu haben! Natürlich denke auch ich manchmal, dass ich gern mal für ein zwei Wochen etwas weiter weg fliegen würde. Aber dann verbringe ich Zeit mit Emma und erkenne, dass es für mich tausend mal mehr Wert ist. Was ist ein schon ein Urlaub gegen einen ganzen Lebensabschnitt, den man gemeinsam verbringt? Ein Hund schenkt einem auf Dauer so viel mehr als ein Urlaub es könnte.. solange man es annimmt und wertschätzt. Und natürlich kann man auch mal ohne Hund in den Urlaub fahren.. aber wer mehrmals im Jahr für mehrere Wochen mit dem Flieger verreisen will, der sollte sich dann doch zweimal überlegen, ob ein Hund die richtige Entscheidung wäre.

Hund mit Frauchen auf Treppe

Aber es ist nicht die Entdeckung der großen weiten Welt allein, auf die wir verzichten. Früher war es kein Problem, abends spontan etwas mit Freunden zu machen und erst nachts wiederzukommen. Heute geht das nicht so einfach. Entweder muss man den Hund mitnehmen, wobei man auch dabei immer Rücksicht auf ihn nehmen sollte (Abende mit viel Alkohol und lauter Musik sind nichts für Hunde!), oder man muss kurzfristig jemanden finden, der den Hund abends oder sogar über Nacht zu sich nehmen würde. Klar kommt es da auch oft mal vor, dass man eine spontane Verabredung absagen muss.

Schlaf! Ich verzichte für Emma auch manchmal auf etwas Schlaf. Ich habe meine Arbeitszeiten so angepasst, dass Emma selten länger als nötig bei unseren Eltern oder alleine sein muss und ich viel Zeit mit ihr verbringen kann. Ich schaffe mir ja keinen Hund an, um dann nur 2 Stunden abends nach Feierabend mit ihr zu haben. Also stehe ich um 5 Uhr auf und arbeite von 6 bis 15 Uhr. So habe ich den ganzen Nachmittag und Abend Zeit für sie. Ich könnte es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, Emma länger bei anderen oder gar alleine zu lassen, nur damit ich länger schlafen kann. Ich habe schon ein schlechtes Gewissen, wenn ich sie mal wegen einkaufen o.Ä. länger bei meinen Eltern lasse … obwohl das natürlich völlig unnötig sind, da Emma von allen unendlich geliebt wird ;-)

Es gibt noch viele kleine Dinge, die mit Hund etwas schwieriger oder einfach anders sind. Restaurantbesuche, Autokäufe, Shopping-Touren, Tagesausflüge … die Liste ist sicherlich ganz individuell, denn nicht alle sehen die gleichen Dinge als eine Einschränkung an. Trotzdem finde ich, dass man es nicht nur schön reden kann, einen Hund zu haben. Es muss einem schon klar sein, dass es Einschränkungen mit sich bringt und den Alltag verändert. Das ist einfach Fakt.

Für immer mit Hund!

Aber trotzdem muss ich sagen, dass ich Emma bzw. grundsätzlich das Leben mit einem Hund für nichts auf der Welt eintauschen würde! Ich liebe sie so abgöttisch und möchte keinen Moment mit ihr missen. Auch wenn es einige Situationen und Entscheidungen komplizierter macht, schenkt einem das Leben mit Hund so viel! Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, einmal ohne Hund zu leben…

 

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