Gefühlsduselei

Vollzeitjob und Hund – geht das überhaupt?

Ich behaupte, dass das die wohl meist gestellte Frage ist, wenn es um die Anschaffung eines Hundes geht. Heutzutage ist es – im Gegensatz zu früher – nicht mehr üblich, dass bei einem Zwei-Personen-Haushalt nur eine Person Vollzeit arbeitet. Und natürlich wünschen sich auch Einzelpersonen einen Hund an ihrer Seite. Aber wie bekommt man Arbeit und Hund unter einen Hut? Geht das überhaupt?

Zeitmanagement ist das A und O

Ich sag euch: Es geht! Aber es klappt (bei uns) nur so gut, weil wir viel Unterstützung unserer Familien und eine gute Planung haben. Man muss bereit sein, auch mal zurückzustecken, flexibel zu sein und das Wohl des Hundes an oberste Stelle zu setzen. Aber ich bin ganz realistisch: Ohne unsere Familien wäre es nahezu unmöglich, alles unter einen Hut zu bekommen, sodass alle Beteiligten zufrieden sind. Wir haben zwar das Glück, dass Julian Emma mit auf die Arbeit nehmen kann und dass ich früh anfangen kann, sodass ich um 15:30 Uhr wieder zuhause sein kann, aber nichtsdestotrotz verbringt Emma viel und gerne Zeit bei unseren Eltern. Es ist einfach auch anstrengend, den Hund jeden Tag mit auf der Arbeit zu haben und auf ihn achten zu müssen. Dazu kommt, dass Julian morgens dann immer eher aufstehen muss, um noch eine große Runde mit Emma zu gehen und seine Mittagspause ebenfalls mit einem Spaziergang verbringt, denn viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung kann Emma während der Arbeitszeit natürlich nicht bekommen. Umso schöner ist es für uns also, dass Emma an den meisten Tagen in der Woche den Vormittag mit unseren Müttern verbringen darf. Dort wird dann eine große Runde gedreht, im Garten gespielt und entspannt, bis ich sie nach Feierabend dort abhole und den restlichen Nachmittag mit ihr verbringe. Emma tut das sichtlich gut (und unseren Eltern ganz sicher auch). Außerdem nimmt mir das eine Menge Zeitdruck, denn mal eine Überstunde zu schieben oder kurz noch Besorgungen zu machen, sind dann gar kein Problem. Wäre Emma von morgens bis nachmittags allein zuhause, würde mich mein schlechtes Gewissen dermaßen plagen, dass der Kühlschrank vermutlich dauerhaft leer bliebe und mein Gleitzeitkonto tief im Minus stünde!

Unser „Wochenplan“

Unsere Wochen sind eigentlich immer gleich geregelt... aber Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel – ihr kennt das! ;-)

Montags ist Bürotag. Da dreht Emma morgens eine schöne Runde mit Julian und dann darf sie mit ihm auf die Arbeit. Sie muss nicht, sie darf! Emma ist einfach total gerne da und freut sich immer soooo sehr über die Kollegen. In der Mittagspause wird eine kleine Runde gedreht und so gegen halb 4/4 mache ich Feierabend, hole sie dort ab und gehe direkt wieder mit ihr spazieren. An den Dienstagen ist Julians Mama vormittags sowieso immer bei uns, sodass Emma den Vormittag mit ihr und Julians Großeltern verbringt. Gegen Mittag wird sie wieder nach oben gebracht und schlummert ca. drei Stunden vor sich hin bis ich von der Arbeit wieder heimkomme. Mittwochs bringt Julian Emma vor der Arbeit zu meiner Mama, wo ich sie nachmittags wieder abhole. Donnerstage laufen genauso ab wie die Dienstage und freitags ist sie vormittags bei Julians Mama und wird dort bis Mittags verwöhnt. In der Regel hole ich sie dann schon gegen 13 Uhr dort wieder ab, da freitags bei uns im Büro immer ein kurzer Tag ist.

Der Alltag sollte vorab geplant werden!

Wie ihr seht, ist Emma also bis auf die paar Stunden dienstags und donnerstags überhaupt nicht viel allein zuhause. Wir haben so ein Glück, dass unsere Eltern Emma so so gerne nehmen! Natürlich könnte sie auch häufiger mit ins Büro oder mal länger zuhause bleiben, aber das ist zum Glück gar nicht nötig. Ich muss dazu sagen: Bevor wir uns für Emma entschieden haben, haben wir ausführlich mit unseren Eltern darüber gesprochen und uns versichert, dass sie uns gerne im Alltag unterstützen. Auch das Timing war bei uns perfekt, denn als Emma als kleiner Welpe zu uns kam, war ich noch im Studium und hatte Semesterferien. So hatte ich ausreichend Zeit, mich um sie zu kümmern, sie zu gewöhnen und zu erziehen und konnte bis sie ca. ein Jahr alt war sehr viel Zeit am Tag mit ihr verbringen. Nichtsdestotrotz hat sie früh gelernt, bei unseren Eltern zu bleiben (auch über Nacht), sodass es für sie gar kein Problem mehr ist. Wenn wir sie dort hinbringen, weiß sie meist schon genau Bescheid und macht nicht mal Anstalten mitzugehen, sobald wir das Haus dann verlassen. Vielleicht ist sie ja auch froh, mal Ruhe vor uns zu haben ;-)

Individuelle Strukturen

Das ist für euch nur ein Beispiel, wie wir es bei uns organisieren. Es gibt Hundehalter, die nehmen ihren Hund jeden Tag mit auf die Arbeit, lassen ihre Hunde bei einem Hundesitter oder Hundetagesstätte oder haben vielleicht mit ihrem Partner/ihrer Partnerin die Arbeitszeiten so organisiert, dass der Hund täglich für ein paar Stunden alleine ist. Das ist meiner Meinung nach auch alles gar kein Problem. Wichtig ist nur, dass der Hund trotzdem noch genug Zeit mit euch hat, ausreichend Auslastung bekommt und in keinster Weise vernachlässigt wird. Einen Hund kann man an vieles gewöhnen, solange man schrittweise vorgeht... denn Geduld zahlt sich ja bekanntlich aus. Aber bitte bitte überlegt euch, bevor ihr euch einen Hund anschafft, wie der Alltag geregelt werden soll und wie ihr euren Hund daran gewöhnen wollt. Es gibt nichts Schlimmeres, als einen Hund zu vernachlässigen oder gar abzugeben, nur weil man sich vorher nicht die Zeit genommen hat, alle Eventualitäten zu durchdenken. Und wenn ihr da Lösungen findet, die alle Beteiligten zufrieden macht, dann ist ein Hund auch bei einem Vollzeitjob gar kein Problem! ;-)

 

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