Hundealltag

Oh, ist der süß! Darf ich mal streicheln?

Es nervt! Zumindest mich nervt es mittlerweile tierisch. Und Emma nervt es glaub ich auch. Insbesondere als sie noch ein Welpe war, konnte man keine 10 Meter durch’s Dorf schlendern, ohne dass irgendjemand auf mich zu kam mit genau diesen Worten „Ohhhhhh, ist der süüüüüß! Darf ich den mal streicheln?“. Anfangs fand ich das ja noch ganz cool und war tierisch stolz auf meinen süßen, kleinen Fratz. Aber das Gefühl verflog dann auch relativ schnell wieder und es nervte mich einfach nur noch. Ich möchte mit meinem Hund üben, möglichst entspannt durch die Stadt zu gehen und ständig quatscht mich einer an und will meinen Hund betatschen.  Das muss doch nicht sein, oder?

Emmas Ausweichtaktik

Emma stimmt mir da jedenfalls voll und ganz zu. Sie hat ihre eigene Taktik entwickelt, die Leute schnell wieder abzuwimmeln. Wenn mich also nun jemand fragt, ob er meinen Hund mal streicheln darf, dann sag ich demjenigen, dass mein Hund das nicht sonderlich mag, man es aber gerne vorsichtig versuchen dürfte. Und die meisten Menschen stapfen dann schnurstracks auf meinen Hund zu, strecken die Hand aus und wollen ihr das Köpfchen tätscheln. Aber nicht mit Emma! Emma ist nämlich Ausweichkünstlerin. In Windeseile duckt sie sich weg und bei besonders aufdringlichen Menschen kommt auch schon mal ein leises Knurren raus. Zack, Ziel erreicht. Der Mensch sieht ein, dass der Hund nicht will und dampft wieder ab.

Berner Sennenhund schaut beim Spaziergang zum Frauchen

Das geht doch nicht? Doch!

Klar, die meisten denken jetzt vermutlich: Das geht so aber nicht, da muss man als Hundehalter doch eingreifen! Aber ICH finde, dass Emma sich nicht von jedem direkt auf den Kopf fassen lassen muss. Mein Hund ist doch kein Tier aus dem Streichelzoo. In dieser Situation erkennt man auch die Menschen, die Erfahrung mit Hunden haben. Die packen nämlich nicht einfach ihre Hand auf den Hund, sondern gehen in die Hocke, halten ihre Hand hin und lassen Emma erstmal schnüffeln. Sympathisch, oder? Findet Emma jedenfalls auch. Derjenige wird dann beschnuppert und wenn er als gut befunden wurde, hat er sogar die Ehre und darf sie streicheln. So finde ich es absolut in Ordnung. Aber ganz ehrlich, die Leute, die sich wirklich mit Hunden auskennen, die wollen meinen Hund auch gar nicht einfach anfassen. Die wissen nämlich, dass das nicht unbedingt sein muss.

Leckerchen? Nein danke!

Was ich aber noch viel schlimmer finde, sind Menschen, die meinem Hund ein Leckerchen aus ihrer Tasche geben wollen. Äh, hallo!? Würdet ihr euch ein nicht eingepacktes Butterbrot von einem Fremden geben lassen und es essen? Sicher nicht! Wer weiß, wo das herkommt, was da drin ist und wie lange das schon in der Tasche rumfliegt. Genau so sehe ich das bei Hundeleckerchen auch. Vielleicht liegt das Leckerchen schon seit Jahren rum, weil es nie gebraucht wurde oder es ist sogar schon gammelig. Im schlimmsten Fall könnte es sogar vergiftet sein. Man hört ja immer öfter, dass Hundehasser auf gängigen Hundespazierwegen Giftköder oder Rasierklingen mit Leberwurst auslegen, um die Hunde zu töten. Wer sagt dann, dass das Leckerchen aus der Tasche des Mannes nicht auch vergiftet ist? Die Leute können für mich noch so nett sein, aber füttern tue nur ich meinen Hund.

Mein Tipp

Also bitte, falls ihr einen süßen Hund seht und ihn unbedingt streicheln wollt, dann fragt erst den Halter und lasst den Hund erst einmal an euch schnuppern. Er entscheidet dann, ob das für ihn in Ordnung ist oder nicht. Ich finde es völlig in Ordnung, wenn ein Hund sich nicht von jedem direkt anfassen lassen will. Deswegen ist der Hund nicht weniger gut erzogen oder nicht gut sozialisiert, er hat einfach Charakter ;-)

Und verhungern tut der Hund sicher nicht, also lasst eure mitgebrachten Leckerchen einfach in der Tasche.

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