Hundealltag

Winterurlaub mit Hund

Wer liebt es nicht? Urlaub mit Hund! Auch wenn man sich in manchen Fällen etwas einschränken muss, gibt es doch nichts Schöneres als mit Hund in den Urlaub zu fahren - sei es in die Berge, zum Camping oder sogar Richtung Süden. Früher waren wir oft im Herbst mit unserem Hund an der See. Es sind dann so viele Leute mit Hunden unterwegs und die Vorschriften sind deutlich lockerer als in den Sommermonaten. Aber am allerschönsten ist Winterurlaub mit einem Berner Sennenhund in den Bergen!
 
Normalerweise fahren wir jedes Jahr Ski, aber das ist ja bekanntlich mit Hund etwas schwierig. Daher sind wir in diesem Jahr gemeinsam mit meiner Familie in den Winterurlaub gefahren. Da mein Vater kein Ski fährt, sondern lieber Winterwandern geht, war es also die perfekte Gelegenheit Emma mitzunehmen. Wir waren uns sicher, dass sie absolut begeistert sein würde. Und so war es auch! Emma liebt Schnee über alles und Emma liebt Berge über alles. Die Kombi konnte also nur gut werden.
Berner Sennenhund rennt durch den Schnee
 
Unsere Wohnung lag ziemlich hoch am Hang und es lag bereits eine ganze Menge Schnee. Sobald Emma aus dem Auto sprang, blühte sie völlig auf. Sie rannte durch den Schnee, sprang hin und her, buddelte wie eine Bekloppte und wollte gar nicht erst ins Haus. So habe ich Emma tatsächlich noch nie erlebt. Neben dem ganzen Schnee waren da ja auch noch die Berge. Emma liebt Steigungen, Hänge und Hügel – und das gab’s dort zu genüge.
 
Ich könnte noch stundenlang davon schwärmen wie glücklich und zufrieden Emma war, aber ich schätze das erträgt keiner auf Dauer! Daher habe ich eine kleine Liste mit Tipps und Tricks für einen tollen Winterurlaub mit Hund zusammengestellt.

Vorsicht, tief!

Winterwandern mit Hund kann tatsächlich böse enden, wenn man nicht aufmerksam genug ist. Schnee ist tückisch! Gerade an steilen Hängen sollte man aufpassen, dass der Hund möglichst auf dem Weg oder zumindest auf Seiten des Berges bleibt. Oft sind an den Wegrändern hohe Berge Schnee aufgebäumt, die zum Reinspringen einladen. Dass es dahinter oder sogar direkt darunter steil abgehen kann, wissen die Vierbeiner nicht. Hier seid ihr als Herrchen oder Frauchen also gefragt, gut aufzupassen.
 
Berner Sennenhund auf einem Winterwanderweg in den Bergen

Aber auch wenn es nicht steil abgeht, birgt der Schnee eine Menge Gefahren (von Lawinen mal ganz abgesehen). Emma sprang immer gern in die hohen Schneeberge rein – kein Problem, solange sie fest sind und der Untergrund abschätzbar ist. Kritisch wird es nämlich, wenn darunter Geäst o.Ä. ist, in dem der Hund sich verheddern kann. Noch kritischer wird es, wenn die obere Schneedecke sofort nachgibt und der Hund z.B. mit dem Kopf auf einen Stein schlägt. Also: Im Schnee toben ist super, aber trotzdem immer mit Vorsicht zu genießen!

 

Lecker schmecker!

Viele Hunde lieben Schnee. Doch leider oft nicht nur zum Spielen, Rennen und Buddeln, sondern zum Essen! Auch Emma stopft sich gern klammheimlich Schnee ins Maul. Dass das gefährlich und ungesund ist, interessiert den Hund nicht. Daher sollte es uns als Hundehalter umso mehr interessieren. Der Schnee kann die Schleimhäute reizen und die Verdauung stören – im besten Fall hat der Hund einfach einmal etwas Durchfall, im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Schneegastritis kommen. Hierbei leidet der Vierbeiner unter starken Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall und Fieber.
 
Was viele auch nicht bedenken, ist die Verunreinigung des Schnees. Sei es durch Streusalz, durch Schmutz, Split o.Ä. Wenn man nicht aufpasst, kann also sogar eine Vergiftung folgen und das gilt es zu verhindern!
 
Oft fressen oder lecken die Hunde am Schnee, wenn sie Durst haben. Wichtig ist es also, immer ausreichend Wasser mitzunehmen und den Hund damit zu versorgen. In den Bergen gibt es viele tolle Quellen, die auch im Winter noch fließen. Da kann man die Trinkflasche des Hundes ganz einfach wieder auffüllen. Allerdings macht es Sinn, das Wasser dann erst in der Tasche wieder etwas zu wärmen und den Hund nicht eiskaltes Wasser trinken zu lassen.
Berner Sennenhund springt durch den Tiefschnee
 

Pause muss sein, Auskühlen nicht!

Lange Wanderungen durch die Kälte können verdammt anstrengend sein, daher sind Pausen für euch und eure Fellnasen umso wichtiger. Hunde zeigen ungern Schwäche, daher merkt man es oft erst zu spät, wenn die Puste aus ist und er eine Pause braucht. Um zu verhindern, dass der Vierbeiner sich übernimmt, sollten regelmäßige Pausen eingeplant werden. Auch im Winter haben viele Hütten geöffnet, in denen man sich aufwärmen kann und die Bänke am Wegrand sind auf Winterwanderwegen oft für kleine Verschnaufpausen freigeschaufelt.
 
Aber genau wie wir Menschen, kann auch der Hund bei einer Pause auskühlen. Sein Fell ist klitschnass vom Schnee und ohne Bewegung ist es für viele Hunde schwierig sich warm zu halten. Hier kann man z.B. ein Handtuch, eine kleine Decke oder sogar einen Hundemantel mitnehmen, um den Hund vor dem Auskühlen zu schützen. Und natürlich solltet ihr auch euch selbst schön warm halten!

 

Auf eigene Gefahr!

Es ist ein Zwiespalt. Einerseits möchte man den Hund vor Gefahren schützen, andererseits sollte man auch sich selbst nicht in Gefahr bringen. Und mit Gefahr ist hier die Leine gemeint. Natürlich kann man grundsätzlich besser auf den Hund aufpassen, wenn eine Leine dran ist. So kann man ihn zum Beispiel von steilen Abhängen oder glatten Eisflächen abhalten. Aber man kann sich selbst auch in Gefahr bringen! Winterwanderwege sind oft mit einer dicken Schneeschicht bedenkt, die in der Regel ziemlich hart gefahren ist. Diese Schneeschicht ist glatt!
 
Jetzt stellt euch mal vor, ihr habt euren Hund an der Leine und plötzlich läuft ein Eichhörnchen direkt vor euch über den Weg. Auch Hunde ohne Jagdtrieb könnten auf das Eichhörnchen reagieren, denn auf der weißen Fläche sticht es natürlich besonders hervor. Der Hund muss gar nicht hinterherrennen, ein kleiner schneller Sprung oder Schritt nach vorne genügt. Was passiert? Richtig – ihr landet auf dem Hintern. Wenn alles gut geht, gibt’s einen blauen Fleck und die Leine bleibt erstmal ab. Im schlimmsten Fall habt ihr euch etwas gebrochen und könnt auch noch zusehen, dass ihr irgendwie von diesem Berg herunterkommt. Keine schöne Sache!
 
Also mein dringender Rat: Wenn euer Hund angeleint bleiben soll, dann setzt vielleicht erstmal auf eine Schleppleine, die locker auf dem Boden hängt. Die könnt ihr im Notfall schneller loslassen als eine normale 2-3m Leine, weil einfach viel mehr Puffer da ist. Aber auch hier, bitte extrem vorsichtig sein! Hunde können unberechenbar sein.
 
Berner Sennenhund auf Wanderweg im Schnee

Wenn man all die Dinge berücksichtigt, kann man wirklich einen wunderbaren Winterurlaub mit Hund verbringen. Auch wenn Winterurlaub für mich bisher immer nur Skifahren bedeutete, ist es doch auch schön, mal andere Dinge auszuprobieren. Ich war in dem Urlaub regelmäßig mit Emma Wandern und die Kombination aus Skifahren und Winterwandern hat mich absolut überzeugt. Ich hab es total genossen und ich denke, das wird dauerhaft in unserer Urlaubsplanung verankert sein! Bald geht es jedenfalls schon wieder nach Österreich.. ;-)

 

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Kommentare

Kommentar von Ulrike |

Ich bin auch Besitzer eines Vierbeiners und mag es super gerne mit dem Hund in den Urlaub zu fahren. Außerdem bin ich aber begeisterte Skilangläuferin. Dabei habe ich mich gefragt, ob es wohl möglich sei meinen Hund mit in den Winterurlaub zu nehmen und ob es Skihotels gibt, die Hunde als Begleiter akzeptieren...

Antwort von Lisa

Hi Ulrike!

Grundsätzlich ist das natürlich möglich, ich habe auch viele Langläufer gesehen, die ihren Hund dabei hatten. Allerdings ist es auf vielen Loipen offiziell nicht erlaubt, damit die Loipen nicht kaputt gehen. Da müsstest du dann sicherlich in dem bestimmten Ort mal recherchieren, wie es da so aussieht.

Und Hotels, die Hunde akzeptieren, findest du auf jeden Fall! Da bin ich ganz sicher :)

Liebe Grüße,
Lisa

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